Preisträger Dr. Heinz-von-Opel-Preis 2009

 

„Einfluß von Rot- und Weißwein auf endotheliale Progenitorzellen und Endothelfunktion bei Typ 2 – Diabetikern“

 

Autoren: Catherine Seck, Dr. med. Gerhard Kreuter, Amir M. Nia, Karl-Heinz Hauser und Prof. Dr. med. Markus Flesch – Klinik III für Innere Medizin der Universität zu Köln

 

Nachdem die Todesursachenstatistik in unserem Land mit fast 44 % (2007) von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen angeführt wird, kommt allen Maßnahmen eine große Bedeutung zu, die der Entstehung der zugrunde liegenden Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) entgegen wirken können. Dies gilt insbesondere für jene Mitmenschen, die z.B. an Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht leiden. Ein wichtiger primärer Faktor bei der Entstehung der Arteriosklerose ist die „Beschädigung“ der Innenhaut unserer Adern, dem sog. Endothel, wie dies häufig bei vorgenannten Leiden der Fall ist.

 

Erfreulicherweise gibt es etliche natürliche Schutzfaktoren für die Innenhaut unserer Adern, wie die in Blutkreislauf vorhandenen, von Stammzellen abgeleiteten sog. endothelialen Progenitorzellen. In zwei Untersuchungsreihen an 29 – bzw. 25 übergewichtigen Patienten mit Diabetes konnte durch den täglichen Genuss von je 300 ml Rot- bzw. Weißwein über sechs Wochen gezeigt werden, dass sich nicht nur die Zahl der im Blutkreislauf befindlichen endothelialen Progenitorzellen vermehrte, sondern auch, dass sich die Elastizität der blutführenden Adern (Arterien) verbesserte: beides sind entscheidende Faktoren, um der Arteriosklerose zu begegnen. Erfreulicherweise zeigte sich zusätzlich, dass Diabetes- und Blutdruck-Einstellung, aber auch das Körpergewicht, nicht negativ verändert wurden, bei dem „guten“ HDL-Cholesterin ließ sich sogar ein geringer Anstieg nachweisen, der erstaunlicherweise in der Weißweingruppe größer als bei Rotwein ausfiel.

 

Erklärbar sind derartige günstige Wirkungen – neben einem gewissen Effekt des moderat genossenen Alkohols - am ehesten durch die biolologisch bzw. antioxidativ-wirksamen Polyphenole, als wichtigen Inhaltsstoffen in beiden untersuchten Weinen.

 

Die berechtigterweise preisgekrönten Ergebnisse sind auch deshalb so bedeutsam, da damit sowohl den Gesunden unter uns, wie gerade auch den unter o.g. Volkskrankheiten Leidenden, guten Gewissens die Freude an einem oder zwei Glas Wein täglich – am besten zu einer mediterranen Mahlzeit – gegönnt werden kann.

 

April 2009       Prof. Dr. med. Bernd Krönig