Wein und Bluthochdruck

Moderater Alkoholkonsum schadet bei Bluthochdruck nicht

 

In einer aktuellen amerikanischen Beobachtungsstudie wurde bei 11.711 männlichen Angehörigen verschiedener Gesundheitsberufe überprüft, inwieweit bei vorbestehendem Bluthochdruck eine Einschränkung eines moderaten Alkoholkonsums erforderlich ist. Hierzu erfolgten über sechzehn Jahre alle vier Jahre umfangreiche Befragungen zur Ernährung, zum Alkoholkonsum und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Teilnehmer waren zu Beginn 40 bis 75-, im Mittel 61 Jahre alt.

 

Innerhalb der Beobachtungszeit ereigneten sich 279 tödliche und 334 nichttödliche Herzinfarkte. Das Herzinfarkt-Risiko - unter Berücksichtigung der üblichen Risikofaktoren, wie Rauchen, Diabetes, Übergewicht und Blutfett-Erhöhung - ging mit steigendem Alkoholkonsum deutlich zurück.


Die Risikoreduktion um etwa 60 % (!) war in der Gruppe mit einem - allerdings nicht mehr moderaten (!) -Konsum von mehr als 50 g Alkohol täglich am größten. Das Quantum von im Mittel knapp 70 g Alkohol täglich wurde in dieser Gruppe zu gut 80 % durch Bier und besonders Schnaps gedeckt, während bei  moderatem Konsum von 15 bis 30 g Alkohol täglich noch eine etwa gleiche Verteilung von Bier, Wein und Schnaps zu finden war.


Eine Änderung der antihypertensiven Medikation in Abhängigkeit vom Alkoholkonsum wurde nicht beobachtet ... obwohl bekannt ist, dass oberhalb eines  Konsums von im Mittel 60 g Alkohol / Tag ein systolischer Blutdruckanstieg von etwa 4 mmHg resultiert ... was sich offenbar nach o.g. Studienergebnissen auf die Herzinfarkt-Häufigkeit nicht ungünstig auswirkte. Das Risiko eines Schlaganfalls und insbesondere einer Hirnblutung stieg allerdings bereits bei Alkohol-mengen von > 30 g / täglich an. Beruhigend bleibt dennoch das Fazit der Autoren, wonach moderate Trinkgewohnheiten bei Bluthochdruck in der Regel ohne eine ungünstige Beeinflussung von Folgeer-krankungen beibehalten werden können.

 

Quelle:

Lit.: BEULENS J.W.J. et al. (2007): Ann Intern Med 146: 10-19